Die Kampagne

Neue Initiative zur Verbesserung der Versorgungssituation in der Substitutionstherapie

Der Mangel an Ärztinnen und Ärzten wird aktuell in unterschiedlichen Zusammenhängen diskutiert. So gibt es Defizite in der (hausärztlichen) Versorgung im ländlichen Bereich. Ganz besonders drängend ist der drohende Versorgungsengpass bei opiatabhängigen Patientinnen und Patienten in der Substitutionstherapie.

Während sich die Zahl der behandelten Substitutionspatienten in den letzten 10 Jahren nahezu verdoppelt hat und aktuell bei 77.300 Patienten liegt, stagniert die Zahl der substituierenden Ärzte bei 2.700. Immer mehr ältere Ärzte gehen in den Ruhestand, jüngere folgen kaum nach (Stand der Erhebung von 2013). Des Weiteren werden viele opiatabhängige Patientinnen und Patienten im kleinstädtischen oder ländlichen Bereich erst gar nicht behandelt. So entsteht eine immer größer werdende Versorgungslücke. Diese Tatsachen sind bekannt und doch gelingt es bisher nicht, genügend Medizinerinnen und Mediziner für die Behandlung dieser chronisch kranken Patienten zu gewinnen. Problematisch ist auch, dass es hier eine Patientengruppe mit einer schweren chronischen Erkrankung trifft, die zudem mit gesellschaftlicher Ausgrenzung und Diskriminierung zu kämpfen hat.

Deshalb haben wir uns zu einem Initiativkreis zusammengeschlossen, der dem Versorgungsengpass in der Behandlung opiatabhängiger Patientinnen und Patienten entgegenwirken will. Mit unserer Kampagne sollen in einer gemeinsamen Aktion Ärztinnen und Ärzte für die Substitutionstherapie von immer mehr behandlungsbedürftigen opiatabhängigen, chronisch kranken Menschen gewonnen werden.

Prof. Dr. Markus Backmund, Vorsitzender, Deutsche Gesellschaft für Suchtmedizin
Prof. Dr. Heino Stöver, Vorsitzender, Akzept e.V.
Dirk Schäffer, Leiter Fachbereich Drogen und Strafvollzug, Deutsche AIDS-Hilfe e.V.